Engelbert Brändle
Mit lang anhaltendem Applaus bedankte sich das Publikum für die Geistliche Abendmusik „Zwischen Licht und Frieden“ im gut besuchten Überlinger Münster. Trotz hochsommerlicher Temperaturen hatten zahlreiche Besucherinnen und Besucher den Weg in das angenehm temperierte Münster gefunden und erlebten einen abwechslungsreichen Abend mit geistlicher Chormusik unterschiedlicher Epochen.
Bereits der Auftakt setzte einen besonderen Akzent: Aus der Mitte des Kirchenschiffs sangen die Solistinnen der Jugendkantorei, Luisa Auer und Franziska Berger, das Anfangsmotiv von Ola Gjeilos Ubi caritas, während beide Chöre summend in das Münster einzogen. Erst anschließend vereinte sich der Klang zu einem eindrucksvollen Gesamtchor.
Die Münsterkantorei überzeugte im ersten Programmteil mit einem homogenen, warmen Chorklang und einer sorgfältig gestalteten Dynamik. Fein abgestufte Lautstärken, lange musikalische Bögen und eine ausgewogene Balance der Stimmen prägten die Interpretationen der Werke von Mendelssohn, Saint-Saëns, Karl Jenkins, Bruckner und Rheinberger.
Mit jugendlicher Frische und Präzision gestaltete anschließend die Jugendkantorei ihren Programmteil. Bereits das auswendig gesungene und durch rhythmisches Klatschen lebendig gestaltete Plaudite omnis terra zog das Publikum in seinen Bann. Der helle, klare Chorklang und die sichere musikalische Gestaltung verliehen auch den weiteren Werken große Ausdruckskraft. Zu den Höhepunkten zählte Jackie Evanchos To Believe, das Franziska Berger mit ihrer ausdrucksvollen Solostimme eindrucksvoll einleitete.
Einfühlsam begleitet wurden beide Chöre von Matthias Auer am Klavier. KMD Melanie Jäger-Waldau führte die Sängerinnen und Sänger mit klarer, präziser und zugleich unaufdringlicher Dirigiertechnik sicher durch das anspruchsvolle Programm.
Mit Karl Jenkins' Ave verum und George Rathbones festlichem Rejoice in the Lord always, gemeinsam musiziert von Jugendkantorei und Münsterkantorei, fand die Abendmusik ihren klangvollen Abschluss. Der lang anhaltende Applaus wollte auch nach der Zugabe nicht enden und begleitete die Chöre sogar beim Auszug aus dem Münster – ein eindrucksvoller Ausdruck der großen Resonanz dieses musikalischen Abends.